Dissertation zum Thema:

"Verständliche Nachrichten. Eine Untersuchung zur Text- und Hörverständlichkeit von Radionachrichten."

Die Arbeit ist abgeschlossen und wurde im November 2017 mit dem Gesamtprädikat summe cum laude verteidigt. Die Publikation der Arbeit erfolgte 2018.

Abstract zum Forschungsprojekt:

Nachrichten sind ein konstituierendes Programmelement des Hörfunks und werden von zahlreichen Hörern als Mittel der Informationsgewinnung im Alltag genutzt. Hörfunknachrichten sollten daher (hör-)verständlich sein, um möglichst gut behalten und verstanden zu werden.

Nach Erkenntnissen medienwissenschaftlicher Forschungen beeinflussen medienseitige, rezipientenseitige und situative Faktoren die Rezeption von Hörfunknachrichten. Der Fokus bislang durchgeführter  Untersuchungen lag allerdings vorwiegend auf textlichen und themenspezifischen Einflussfaktoren. Sowohl in medienwissenschaftlicher als auch in sprechwissenschaftlicher Literatur wird ein Einfluss der prosodischen Gestaltung auf das Erinnern und Verstehen von Hörfunknachrichten angenommen. Eine empirische Validierung dieser Annahmen steht bislang noch aus. In einem Forschungsprojekt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Mitteldeutschen Rundfunks wird der Einfluss der Interdependenz von sprachlicher und sprecherischer Gestaltung auf die Hörverständlichkeit von Radionachrichten untersucht.  

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts beschäftigte sich Heiner Apel mit dem Einfluss der Nachrichtensprache und des Nachrichtensprechens auf das Behalten und Verstehen von Hörfunknachrichten. Die Wirkung der Text- sowie der Sprech-Gestaltung wurde mittels einer empirischen Untersuchung überprüft. Grundlegende Annahme war, dass zum einen nach Kriterien der Textverständlichkeit schwer verständlich geschriebene Nachrichten und zum anderen prosodisch nicht angemessen gestaltete Nachrichten schlechter behalten und verstanden werden als leicht verständlich geschriebene und prosodisch angemessen gestaltete. 'Angemessenheit' der prosodischen Gestaltung bedeutete hier, dass mittels der prosodischen Gestaltung die Informationsstruktur der Nachrichten-Textgrundlage für die Hörer transparent gemacht wird.

Hierfür wurden zunächst auf der Basis deskriptiver Analysen authentischer Hörfunknachrichten Teststimuli für Hörverständlichkeits- und Akzeptanztests produziert. Innerhalb einer Wirkungsuntersuchung wurden diese Test-Radionachrichten in einem Laborexperiment an Hörern getestet. Im Ergebnis zeigte sich ein deutlicher (und statistisch signifikanter) Einfluss der Textgrundlage auf die Behaltensleistung der Versuchspersonen, während der Einfluss der Prosodie zwar vorhanden, aber nicht so stark ausgeprägt war.

Ziel des Forschungsprojekts war es einerseits, als Grundlagenforschung theoretische Konzepte der Sprechwissenschaft (z.B. der Leselehre) zu überprüfen, sowie andererseits im Anwendungsbezug Optimierungsmöglichkeiten der Nachrichtensprache und des Nachrichtensprechens anhand emprisch validierter Standards aufzuzeigen.

Aktuelle Meldungen


Montag, 28. Januar 2019

Forschungsfreisemester von Prof. Niehr

Prof. Dr. Thomas Niehr hat im Sommersemester 2019 ein Forschungsfreisemester und wird daher keine regulären Lehrveranstaltungen anbieten.[weiterlesen]

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